Realen Bedarf in der Kindertagesbetreuung ermitteln

Daniel Oetzel, Sprecher für Wissenschaft, Familie und Sport der FDP-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft, beantragte vor dem folgenden Hintergrund: 8.11.2017

Zahlreiche Kindertageseinrichtungen fhren in Hamburg inzwischen lange Wartelis- ten. Dennoch erklrte der Senat in seiner Antwort auf die Schriftliche Kleine Anfrage Drs. 21/9971, dass er keine Kenntnis ber Wartelisten habe beziehungsweise bei den Elbkindern keine derartigen Listen gefhrt wrden. Alle Eltern, die in Hamburg einen Kita-Gutschein beantragen wrden, bekmen auch einen. Aus Gesprchen mit Eltern und Kitas ist aber nicht nur die Existenz der angesproche- nen Wartelisten bekannt, sondern auch, dass viele Eltern erst einen Betreuungsgut- schein beantragen, sobald sie einen Betreuungsplatz zugesichert bekommen haben beziehungsweise die Betreuung tatschlich beginnt. Durch seine Unkenntnis der War- telisten ist der Senat also blind fr die tatschliche Unterversorgung im System Kita. Ausgefllte Antrge, Geburtsurkunde, Meldebesttigung, Einkommensnachweise, Glaubhaftmachung, Arbeitsvertrge, Bescheinigung des Arbeitgebers und teilweise weitere Antrge fr die Vielzahl an mglichen Hilfen und zustzlichen Untersttzungs- leistungen diesen Aufwand betreibt niemand auf eine bloe Hoffnung hin, wenn absehbar ist, dass er noch ein Jahr und lnger auf einen Betreuungsplatz wrde war- ten mssen und der Gutschein gar nicht mehr aktuell ist, wenn ein Betreuungsplatz realistisch in Aussicht steht. Da der Senat nur noch die Zahl der betreuten Kinder und nicht mehr die Zahl freier Pltze erfasst, lsst sich die Dunkelziffer der unversorgten Eltern nur anhand solcher Wartelisten ableiten.1 Um dem entgegenzuwirken und den realen Bedarf besser abzubilden, mssen zwei Manahmen getroffen werden: einerseits Brokratieabbau bei der Beantragung der Gutscheine und andererseits eine offizielle und auswertbare Fhrung von Wartelisten. Ebenfalls aus Gesprchen mit Eltern ist bekannt, dass den Eltern signalisiert wird, dass die Wahrscheinlichkeit auf einen der begehrten Betreuungspltze mit der Anzahl der Betreuungsstunden wachsen kann. Bislang haben die Eltern keine unabhngige Stelle, an welche sie sich wenden knnen, sollte ihnen derartiges nahegelegt werden. Eine unabhngige Ombudsstelle kann hier Abhilfe schaffen.

Download des Antrags
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